Würdigung des verabschiedeten Kreisheimatpflegers

Vorsitzende Ursula Beyer übergibt Roland Gronau ein symbolträchtiges Geschenk
Nachdem der Kreisheimatpfleger Roland Gronau offiziell aus seinem Amt verabschiedet wurde, würdigte der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen ihn als Vereinsmitglied für seinen zehnjährigen Einsatz für den Denkmalschutz.
Da ein Landkreis nicht verpflichtet ist, einen Kreisheimatpflegers zu berufen, ist dieses Ehrenamt in Pfaffenhofen seit März dieses Jahres vakant. Ein Nachfolger ist im Gespräch aber noch nicht ernannt.

Was sind die Hauptaufgaben eines Kreisheimatpflegers?
Er soll zu Bauleitplänen Stellung zu nehmen, besonders wenn typische Orts- oder Landschaftsbilder, Denkmäler oder Ensembles betroffen sind. Er soll sich kümmern um den Erhalt und die Sanierung von Denkmälern. Er nimmt an den monatlichen Sprechtagen des Landesamt für Denkmalpflege vor Ort teil, wenn Besitzer von Baudenkmälern etwas daran verändern wollen, wobei er vermittelt zwischen den Forderungen der Behörde und den Bedürfnissen des Nutzers. Außerdem betreut er Wettbewerbe um den schönsten Maibaum bzw. "Unser Dorf soll schöner werden."

Roland Gronau hat sich besonders engagiert für die Restaurierung bäuerlicher Kapellen in Scheyern, Streitdorf und Gurnöbach. Ein Herzensanliegen war ihm der Erhalt und die Renovierung unserer wundervollen Dorfkirchen. Für 20 von ihnen hat er Dokumentationen erstellt und gut besuchte Führungen angeboten. Erfolgreich hat er mit den Eigentümern Nutzungskonzepte gesucht für die Schlossanlage in Jetzendorf, das Alte Rathaus in Geisenfeld und das Vohburger Pflegschloss. Jährlich veranstaltete er Fahrten für die Volkshochschule zu sehenswerten Kirchen und anderen Baudenkmälern im Landkreis. Bei der Erstellung von Rad- und Wanderkarten waren seine Hinweise auf Sehenswertes gefragt. Darüber hinaus hat er bei einer Dokumentation der Werke des Pfaffenhofener Malers Michael Weingartner mitgewirkt, die aber leider nicht veröffentlicht wurde. Außerdem war Roland Gronau Mitglied im Kuratorium für das Museum im Mesnerhaus, dessen Schicksal immer noch ungewiss ist.

Die Arbeit eines - wohlgemerkt ehrenamtlichen - Kreisheimatpflegers ist ganz offenbar anspruchsvoll und herausfordernd. Nicht immer waren Gronaus oft schwierige Verhandlungen um die Erhaltung eines Baudenkmals erfolgreich. In der Zeit der Energiewende besteht auch häufig die Gefahr, dass der Blick auf ein Baudenkmal durch Solaranlagen gestört wird. Da gilt es zu überzeugen und abzuwägen. Ein grundsätzliches Problem sieht Roland Gronau aber im häufigen Wechsel der Ansprechpartner im Landesamt für Denkmalpflege und in der unteren Denkmalschutzbehörde.

Gronaus erfreulichste Erinnerungen sind natürlich die Erfolge, nur drei als Beispiel: die vorbildliche Restaurierung des sogenannten "Weberhäusls" am Draht und die schwierige Rettung der Kapelle in Streitdorf, die in einem komplizierten Verfahren um 80 cm gehoben werden musste. Für das Schloss in Jetzendorf wurde ein tragfähiges Nutzungskonzept erarbeitet, indem ein Teil der Schlossanlage in Mietwohnungen umgewandelt wird, so dass der neue Schlossherr immer noch einen Teil für sich behält und die Restaurierung des Spiegelsaals finanziert werden kann, so dass er weiterhin Öffentlichkeit für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Die Vorsitzende des Heimat- und Kulturkreises überreichte Roland Gronau als symbolische Geste ein Votiv-Herz aus der örtlichen Wachszieherei, wie es früher von Gläubigen zur Wallfahrtskirche in Niederscheyern getragen wurden. Der Beschenkte sagte zu, dem Heimat- und Kulturkreis treu zu bleiben und behilflich zu sein, z.B. bei der Planung einer Exkursion zu romanischen Kirchen im Landkreis, die schon lange auf der Wunschliste der Vereinsmitglieder steht.

(Jahresprogramm des Vereins unter "Veranstaltungen" auf www.hkk-paf.de
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