Tag des offenen Denkmals

    „Macht und Pracht“ – das Motto des diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ am 10. September 2017

Der Tag des offenen Denkmals ist eine europaweite Veranstaltung und bietet interessierten Bürgern Zutritt zu gar nicht oder nur teilweise geöffneten Stätten. Die Denkmalpfleger möchten die Besucher auf das breit gefächerte kulturelle Erbe Deutschlands und die Möglichkeiten zu dessen Erhaltung aufmerksam machen. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen historische Bauten und Stätten ihre Pforten für Besucher.

Jahr für Jahr nutzen europaweit rund 20 Millionen Menschen in 50 Ländern Europas die Gelegenheit, mehr als 30.000 Denkmale zu besichtigen. In den letzten zehn Jahren brachte die Idee rund 40 Millionen Bundesbürger auf die Beine.
Im vergangenen Jahr öffneten über 8.000 Denkmale in mehr als 2.600 Städten und Gemeinden bundesweit ihre Türen mit fachkundigen Führungen und Veranstaltungen für Jung und Alt.

In diesem Jahr steht der 25. „Tag des offenen Denkmals“ am 10. September unter dem Motto „Macht und Pracht“.

Das Motto lässt sich überregional und auf alle Epochen beziehen.
Architektur und Kunst drücken seit jeher den Wunsch ihrer Erbauer, Erschaffer und Auftraggeber aus, Schönheit, Wohlstand, weltliche und religiöse Machtansprüche abzubilden. Dies geschieht durch Form- und Materialwahl, den Einsatz von Technik und Technologien, die Art der künstlerischen Ausgestaltung mit Farben, Motiven und Ornamentik, den gewählten Bauplatz und die Qualität der eingebundenen Baumeister, Architekten, Künstler und Handwerker. Vieles davon nehmen wir als vollkommen selbstverständlich wahr, einfach weil wir unser baukulturelles Erbe als gegeben annehmen.

Auch der Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm ist in diesem Jahr mit fünf verschiedenen Veranstaltungen vertreten.

In Pfaffenhofen gibt es zwei Angebote:

Zum einen wird es eine geführte Denkmaltour zu den wesentlichen Denkmälern in Pfaffenhofen zwischen Hungerturm und Flaschlturm geben. Diese Führung wird angeboten von Frau Ursula Beyer vom Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm e.V.
Sie erhalten Informationen zu Architektur und Stadtgeschichte, unterhaltsam gewürzt mit ein paar Anekdoten und Pfaffenhofener Kuriositäten.
Beginn des Rundgangs ist um 10:00 Uhr am Hungerturm. Dieser ist zu finden am Schnittpunkt Ilmstraße/Stadtgraben/Schlachthofstraße.
Die Tour wird ca. zwei Stunden in Anspruch nehmen. Sie beginnt mit einem Blick in den Hungerturm und endet mit einer Besichtigung des Flaschlturms.
Damit eine informative Veranstaltung für alle Teilnehmer gewährleistet werden kann, ist die Führung auf max. 20 Personen beschränkt. Anmeldung bei Frau Ursula Beyer, Tel. Nr.: 08441/803956 oder unter kontakt@hkk-paf.de.

Einen weiteren Höhepunkt in Pfaffenhofen stellt das Ritterhaus am Hauptplatz 41 dar.
Das Ritterhaus wurde 1396 erstmals geschichtlich erwähnt. Es handelt sich um ein Wohn- und Geschäftshaus mit Neubarockfassade und steilem Satteldach mit vorgeblendetem Schweifgiebel. Über dem Portal befindet sich ein Medaillon mit dem Relief der Muttergottes aus dem 19. Jahrhundert.
Um 10:00 Uhr und um 14:00 Uhr findet je eine Führung im Ritterhaus statt. Herr Baierl führt Sie beispielsweise durch das Erdgeschoss mit kreuzgratgewölbtem Fletz und einer dreiläufigen Treppe, die von steigenden Tonnen überwölbt ist. Im Obergeschoss sind noch Stuckdecken des 17. Jahrhunderts vorhanden. Sie erhalten interessante Informationen über Vergangenheit und Gegenwart des Ritterhauses.
Damit eine informative Veranstaltung für alle Teilnehmer gewährleistet werden kann, ist eine Anmeldung zu den Führungen unter 08441/871000 erforderlich.
Das Ritterhaus öffnet am „Tag des offenen Denkmals“ jeweils eine halbe Stunde vor Führungsbeginn.

In Scheyern öffnet die ehemalige Waldbauernschule in der Marienstraße 8 ihre Pforten. Das Gebäude wurde 1568 als Taferne des Klosters Scheyern erbaut und verfügt über einen traufseitigen Steilsatteldachbau. Es wurde in der Vergangenheit als Gasthaus und ab dem Jahre 1979 bis 2003 als Waldbauernschule genutzt. Aufgrund dessen entstand auch der Name des Denkmals „Waldbauernschule“.
Herr Wismath als verantwortlicher Fachbegleiter des gegenwärtigen Architektenwettbewerbs für die Waldbauernschule gibt fachkundige Führungen. Diese finden am „Tag des offenen Denkmals“ um 11:00 Uhr und um 14:00 Uhr statt und dauern jeweils ca. eine Stunde. Erkunden Sie dabei den historischen Dachstuhl aus der Barockzeit.
Damit eine informative Veranstaltung für alle Teilnehmer gewährleistet werden kann, ist eine Anmeldung zu den Führungen bei Fr. Bayer, Tel. Nr.: 08441/8064-0 oder unter vorzimmer@scheyern.de erforderlich.
Passend zum diesjährigen Motto „Macht und Pracht” erwartet die Besucher der Scheyerer Waldbauernschule ebenfalls eine besonders funkelnde Ausstellung: Künstlerin Margit Grüner stellt König Ludwig II. in den Mittelpunkt ihres neuesten Mosaikprojektes. Zwar orientiert sich die Künstlerin an den weltbekannten Porträts des Bayernkönigs als prunkvolle Erscheinung mit Hermelinmantel, allerdings verspricht die Umsetzung ganz in Mosaik funkelnde Überraschungen. Der König steht im Reigen der bayerischen (Produkt-)Königinnen. Da trifft man die Hopfen-, Bier-, Spargel-, Wein- und Kartoffelkönigin ebenso wie die Erdbeer-, Jagd- und Zwiebelkönigin. Mit fantasievoller Leichtigkeit, gekonnter Technik und untrüglichem Gefühl für Form und Farbe setzt die Künstlerin die einzelnen Charaktere vollendet in Szene (www.kunst-im-gut.de).

In Vohburg findet um 14:00 Uhr und um 15:30 Uhr jeweils ein Lichtbildervortrag über den Burgberg mit Burgtor, sanierter Burgmauer, die Pfarrkirche St. Peter und das ehemalige Pflegerschloss statt. Eine kurze Führung schließt sich an, die Gebäude sind ab 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr auch durchgängig zu besichtigen.
Treffpunkt zu den Vorträgen, die Archivpfleger Rudolf Kolbe hält, ist das neue Trauzimmer im Pflegerschloss.
Der Burgberg in Vohburg ist der historische Mittelpunkt Vohburgs. Besiedlungsspuren finden sich aus der Zeit um ca. 1500 v. Chr. Die erste schriftliche Erwähnung nach 805 zeugt von der frühen Machtstellung ebenso wie die Kaiserhochzeit 1246. An die glücklichen Jahre von Agnes Bernauer mit Herzog Albrecht III. auf der Vohburg erinnern die Festspiele an diesem Originalschauplatz.
Die Baugeschichte von St. Peter ist umfassend dokumentiert; die ältesten Spuren gehen auf die Römerzeit zurück. Das 1721 erbaute ehemalige Pflegerschloss, in dem 1809 auch Napoleon übernachtete und das später als Krankenhaus und Altenheim diente, ist mittlerweile umfassend saniert und erstrahlt wieder in altem Glanz.
Weitere Informationen finden Sie unter www.vohburg.de.

Das Schloss Jetzendorf öffnet seine Tore zum „Tag des offenen Denkmals“ jeweils um 13:00 Uhr und um 16:00 Uhr für eine Führung durch den Kastellan Herrn Wenger.
Die Besichtigung des Schlosses umfasst den aktuellen Stand der Bauarbeiten im Süden (ehemaliges Wohnschloss) und Teile des bereits renovierten/sanierten Hochschlosses und wird ca. eine Stunde in Anspruch nehmen.
Das Schloss besitzt im Hauptgebäude einen spätgotischen Kern. Später wurden der barocke West- und Südflügel angebaut. Seit 1812 ist das Schloss Jetzendorf der Sitz der Freiherrn von Freyberg, ein Geschlecht schwäbischer Abstammung, die Jetzendorf bis 1848 als Hofmark mit niederer Gerichtsbarkeit führten.
Die Teilnehmerzahl pro Führung ist auf max. 20 Personen begrenzt. Eine telefonische oder schriftliche Anmeldung mit Rückbestätigung des Termins ist unter 08137/5755 oder unter mail@schlossjetzendorf.de erforderlich.

Erklärtes Ziel des „Tages des offenen Denkmals“ ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und das Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.

Weitere Informationen und das vollständige bundesweite Programm können im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de abgerufen werden.
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