Nachhaltig ökologisch: Gartenschau engagiert sich für Naturschutz und fairen Handel

Kerstin Kamm beim Füttern der Schmetterlinge
Sie ist die „Gartenschau zum Anfassen“. Und sie ist die Gartenschau, deren Verantwortliche in hohem Maße Aspekte des Natur- und Umweltschutzes, eines ressourcenschonenden Einsatzes von Materialien und einer nachhaltigen Stadtentwicklung berücksichtigt haben. Aus Visionen und planerischer Kreativität ist bei der diesjährigen bayerischen Gartenschau Natur in Pfaffenhofen a. d. Ilm 2017 ein neuer Grüngürtel entstanden, der entlang der in Teilbereichen naturnah ausgebauten Ilm schon jetzt dauerhaft neuen Lebensraum für Wildpflanzen, Bienen und Vögel bietet – verbunden mit einer immensen Verbesserung der Luft- und Lebensqualität.

Die nachhaltig-ökologischen Grundsätze der Gartenschau spiegeln sich auch bei vielen temporären Ausstellungsbereichen wider. „Regelmäßig erhalten wir Schmetterlingspuppen aus Costa Rica, die in dem südamerikanischen Land von oftmals frauengeführten Kooperativen gezüchtet werden. Diese verzichten auf den Einsatz von Pestiziden, sorgen somit für den Schutz und Erhalt der einheimischen Flora und Fauna – und schaffen je Unternehmen bis zu 40 Arbeitsplätze. Fair gehandelt sowie schnell, kontrolliert und tierschonend versandt, können die Besucher die exotischen Falter dann täglich in unserem Schmetterlingshaus bewundern“, so die betreuende Diplombiologin Kerstin Kamm.

Die Zukunft ist grün
Das grüne Herz der Stadt – bestehend aus dem Sport- und Freizeitpark, dem Bürgerpark und der Ilminsel – verbindet nicht nur die auf einer Länge von 500 m neu gestaltete lm: Alle drei Gartenschau-Bereiche sind im Zuge einer nachhaltigen Stadtentwicklung auch auf ehemaligen Brachen und vormals versiegelten Flächen entstanden. Dort stehen zentrumsnah nun zusätzliche
5 ha Grünflächen dauerhaft zur Verfügung. Insgesamt wurden 330 Bäume, 6.750 Sträucher sowie 75.000 Blumen und mehrjährige Stauden angepflanzt.

Auch ist die Ilm an mehreren Stellen wieder begeh- und erlebbar. Der Tier- und Pflanzenwelt kommen diese Maßnahmen bereits zugute. So sind im Uferbereich blühende Wiesen mit Wildblumen entstanden, die insbesondere Honigbienen als Nektarquellen dienen – und hat sich die Wasseramsel neu angesiedelt.

Einsatz für eine lebenswerte Umwelt
Im Verbund mit vielen lokalen und überregionalen Partnern ist die Gartenschau somit Takt- und Ratgeber nicht nur für eine nachhaltige Stadtentwicklung, sondern auch für gesellschaftlich relevante Themen wie Klimawandel, Hochwasserschutz, ökologische Forst- und Landwirtschaft oder Urban Gardening.

Ein engagierter Aussteller ist hier das Bayerische Umweltministerium mit seiner Ausstellung „KLIMA FAKTOR MENSCH“. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema Klima und Nachhaltigkeit. So zeigen interaktive Schautafeln, wie sich das Alltagsleben klimafreundlich gestalten lässt – oder wie man sich mit Hilfe eines CO2-Rechners ein klimafreundliches Frühstück zusammenstellen kann.

Ein m³ Holt bindet eine Tonne CO2 und erzeugt 0,8 Tonnen O2 – und ein m³ Holz wächst pro Sekunde in Bayern nach. Die spannende Ausstellung „KLIMA.wunder.WALD.“ des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, der Bayerischen Forstverwaltung und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen a. d. Ilm informiert mit einem begehbaren Wald der Sinne, einem Barfußpfad und informativen Schautafeln anschaulich über das Thema Wald und seine nachhaltige Nutzung.

Gärtnern in der Stadt – so genanntes Urban Gardening – erfreut sich bei Jung und Alt immer größerer Beliebtheit. Auch dieses Thema greift die Gartenschau in einem großen Ausstellungsbeitrag auf. Die richtige Auswahl und Anpflanzung von bienenfreundlichen Stauden und der aktuelle Trend vom Imkern in der Stadt sind dabei nur zwei von vielen Themen. Im Rahmen dieses Ausstellungsbeitrages und vieler weiterer arbeitet die Gartenschau eng mit Akteuren wie dem Landesverband für Vogelschutz, dem BUND und dem Aktionsbündnis Pfaffenhofen a. d. Ilm summt! – Wir tun was für Bienen! zusammen..

Im Fokus: Bahn, Rad und Mehrweg
Von Beginn an hat die Gartenschau gemeinsam mit ihrem Partner DB Regio für eine umweltschonende Anreise mit der Bahn geworben. Mit dem Regio-Ticket München-Nürnberg können die Gartenschau-Besucher täglich alle 30 Minuten von München und Ingolstadt ohne Umsteigen nach Pfaffenhofen reisen. Vom Bahnhof fahren dann Shuttle-Busse und die offiziellen Stadtbusse kostenfrei zum Gartenschaugelände. Dieses Engagement zahlt sich aus, kann doch aktuell ein deutlich erhöhtes Fahrgastaufkommen nach Pfaffenhofen a. d. Ilm beobachtet werden.

Neben der Schiene setzt die Gartenschau auch auf das Rad. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Fahrrad-Club Bayern, Kreisverband Pfaffenhofen, hat die Gartenschau elf familienfreundliche Touren ausgearbeitet. Diese führen unter anderem von München, Ingolstadt und Mainburg nach Pfaffenhofen a. d. Ilm. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, direkt am Eingang Festplatz Ost
E-Bikes auszuleihen.

Schlussendlich achtet die Gartenschau auch bei der Zusammenarbeit mit ihren Dienstleistern auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Deshalb kommt beim Gastronomen nur Mehrweggeschirr zum Einsatz, arbeitet dieser fast ausschließlich mit regionalen Erzeugern zusammen, bietet er viele biologisch erzeugte Produkte an – und bezieht die Gartenschau von den Pfaffenhofener Stadtwerken mit Bavariastrom regional und ökologisch erzeugte Energie.
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