Mit Video: Der Weg eines echten Künstlers – Philipp Brosche Kulturförderpreisträger 2016

Zweitre Bürgermeister Albert Gürtner (linka) überreicht zusammen mit Kulturreferent Steffen Kopetzky (rechts) dem diesjährigen Preisträger Philipp Brosche die Urkunde.
 
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Philipp Brosche (rechts) selbst zusammen mit Stephan Ebertshäuser.
Philipp Brosche ist als Maler und Musiker der Träger des Kulturförderpreises 2016 der Stadt Pfaffenhofen. Die Verleihung fand am Dienstag, 13. Dezember, im Festsaal des Pfaffenhofener Rathauses statt. Das Publikum erlebte einen festlichen und musikalisch überraschenden Abend mit zwei Stücken von Philipp Brosche, vorgetragen an der Gitarre und am Banjo, zum Auftakt und einer Live-Improvisation zusammen mit seinem Partner Stephan Ebertshäuser zum Abschluss.

Der Zweite Bürgermeister Albert Gürtner begrüßte die Besucher, darunter Stadträte, viele Ehrengäste und die Familie und Freunde des Kulturpreisträgers. Philipp Brosche, gebürtiger Pfaffenhofener, der auch seine Schulzeit hier verbrachte, ist, wie Gürtner betonte, ein „echtes Pfaffenhofener Urgestein“. Der Kunststudent ist ein „Multitalent an Gitarre, Filzstift und Pinsel“, zitierte Gürtner eine Passage aus einem Presseartikel, er ist also nicht ausschließlich Maler, sondern auch Musiker, der in seinem Atelier im Kreativquartier seine künstlerische Kreativität ausleben kann.

Mit dem Beschluss, Philipp Brosche in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen als Maler und Musiker den mit 1.500 Euro dotierten Kulturförderpreis zu verleihen, war der Stadtrat, wie auch schon in den zurückliegenden Jahren, einstimmig dem Vorschlag der drei „Kultur-Stadträte“ Peter Feßl, Reinhard Haiplik und Steffen Kopetzky gefolgt.

Steffen Kopetzky schlug in seiner sehr persönlich ausgestalteten Laudatio einen großen Bogen und interpretierte die künstlerische Entwicklung des Preisträgers „als hätte ein einzelner Mensch beschlossen, die Kunstgeschichte spielerisch-ernst für sich und aus sich selbst heraus zu entdecken“. Philipp Brosches jüngstes Bild „Flackerland“, das im Festsaal an diesem Abend anstelle des Portraits von König Max I. Joseph von Bayern zu sehen war, öffnet für den Laudator einen „Tunnel durch die Zeit“ zurück zu seiner ersten „Begegnung“ mit einem Bild von Philipp Brosche im Jahre 2012 in der Städtischen Galerie. Kopetzky schilderte einfühlsam die dort dargestellte Situation, wie sich in dramatischer Weise eine Gruppe von Männern über ein Erdloch beugen. Nicht nur die Ernsthaftigkeit dieser Darstellung faszinierte Kopetzky, in besonderer Weise beeindruckte ihn die handwerkliche Qualität dieser Arbeit.

In Brosches eigenem Atelier in der Alten Kämmerei entstanden altmeisterlich gemalte Ölbilder, die für Kopetzky die Kraft haben, „etwas sichtbar machen zu wollen, was der Betrachter nicht sehen kann“. 2016, so erläuterte Kopetzky, vollzog sich die Hinwendung zu einer sich wandelnden Farbigkeit, gleichsam eine Abkehr von der Schwere bisheriger Arbeiten. Brosche fertigte Werke wie das von der Stadt erworbene Bild „Mondesser“, die eine spürbare Leichtigkeit ausstrahlen und die Auflösung einer traditionellen Formensprache einläuten. „Flackerland“ schließlich verzichtet gänzlich auf die Darstellung konkreter Gegenstände. Diese von Philipp Brosche beschrittene „Klarheit des künstlerische Weges“ ist es, was Kopetzky nachhaltig beeindruckt.

Der Zweite Bürgermeister Albert Gürtner überreichte Philipp Brosche den Kulturförderpreis 2016. Der Preisträger trug sich im Anschluss in das Goldene Buch der Stadt ein.

Das nachfolgende Live-Konzert entführte die Gäste auf eine ungewöhnliche musikalische Reise. Basierend auf aufgezeichneten und gesampelten Klängen von den Abbrucharbeiten des alten Feuerwehrhauses entstand durch Manipulation und Verfremdung ein feingliedriges, sich stetig ausbreitendes und veränderndes Klangbild. Mit Philipp Brosche an der E-Gitarre und Stephan Ebertshäuser, der neben diversem elektronischen Gerät auch einen Plattenspieler und Tonbandgerät zur Klangerzeugung heranzog, entstand ein vielschichtiges, sich stetig veränderndes Tongemälde mit großer suggestiver Kraft, ein Zwiegespräch, das tradierte Hörgewohnheiten überraschend weit hinter sich ließ und mannigfaltige Déjà-vus von den Abbrucharbeiten musikalisch aufarbeitete.

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.