Herrlicher Kabarettabend mit Maxi Schafroth auf der Pfaffenhofener Winterbühne

  Er ist einfach umwerfend: Kabarettist Maxi Schafroth, Landwirtssohn und Bankkaufmann aus dem strukturschwachen Unterallgäu, gab am Samstag, 28. Januar, ein urkomisches Gastspiel auf der Pfaffenhofener Winterbühne. Der Abend war schon lange ausverkauft und der städtische Kulturmanager Sebastian Daschner konnte über 150 Zuschauer im vollbesetzten Festsaal des Rathauses begrüßen. Er kündigte Maxi Schafroths Auftritt als Highlight der Pfaffenhofener Winterbühne an und versprach damit keinesfalls zu viel.

Maxi Schafroth, Jahrgang 1985 und ganz der bayerisch-schwäbische Lausbub vom Lande, verbreitet vom ersten Moment an gute Laune, sorgt reihenweise für Lacher und Applaus und macht dem Publikum mit seinem Programm „Faszination Bayern“ einfach Spaß. Von seinem Sandkastenfreund und Hofnachbarn, dem „Rinder-Rhythmus-Gitarristen“ Markus Schalk musikalisch begleitet, erzählt er die absurdesten Geschichten, spielt mit Sprachen, Dialekten und Stimmen und präsentierte sich auch als sehr passabler Sänger.

Im traditionellen Lodenjanker begrüßt Maxi Schafroth die Pfaffenhofener „Patrizier“, die „Crème de la Crème der schönen Stadt an der romantischen B 13“, in urigstem Allgäuer Dialekt zu seinem „Fachvortrag“ an diesem „Abend des Miteinander der Regionen“. Doch schon bald zieht er den „Lodenkittel“ aus – „bayrischer Filz ist nicht atmungsaktiv“ – und lässt das Publikum ganz unnachahmlich und mit völlig skurrilen Anekdoten an seiner Biographie teilhaben.

Aufgewachsen ist er im 78-Einwohner-Dorf Stephansried im Unterallgäu, also westlich des Lechs und damit auf der armen Seite des reichen Bayernlandes. „Den bayerischen Premium-Automobilhersteller haben wir im Allgäu nicht. Wir haben Fendt, das reicht.“ Als Kind wollte er Bofrost-Fahrer werden, aber dann verschlug es ihn zu einer Banklehre in die Großstadt München. Und hier fand der „authentische Stallstinker“ seine „Opfer“, die in seinen Auftritten allerhand hergeben: die Bankenwelt mit ihren anzugtragenden Führungskräften und die überkandidelte Großstadtgesellschaft mit den Helikoptereltern und den Trägern eleganter Daunensteppjacken („an der Zahl der Daunensteppelemente kann man das Jahreseinkommen hochrechnen“).

Maxi Schafroth teilt in alle Richtungen aus, da bekommen die Berliner und die Nordrhein-Westfalen ihr Fett weg, aber auch Bayern und Franken. „Wir wollen heute unreflektiert stolz sein auf den Standort Bayern“, erklärt er und erzählt von Eusebius dem Wirbellosen, dem Stammvater aller bayerischen Ministerpräsidenten. Apropos: Horst Seehofer, so weiß der Kabarettist, spielt gerade in seinem Eisenbahnkeller und schiebt einen kleinen Hartgummi-Söder auf den Schienen herum.

Nach über zwei Stunden bedankt sich das Publikum mit einem Riesenapplaus für einen großartigen Abend, der von einer urkomischen Zugabe gekrönt wird: Inspiriert von seinem Vater, dem wetterbeobachtenden Allgäuer Bauern, hat Maxi Schafroth ein Lied über die entscheidende Frage in der Landwirtschaft geschrieben: „To mow or not to mow“, mähen oder nicht mähen, das ist hier die Frage.


Weitere Termine der Pfaffenhofener Winterbühne 2017

Die nächsten Veranstaltungen auf der Pfaffenhofener Winterbühne im Festsaal des Rathauses:
• Das für den 5. Februar vorgesehene Konzert des New Art and Music Ensembles Salzburg „NAMES“ findet nicht statt und wird auf den Sommer verschoben.
• Am Freitag, 17. Februar, gibt „Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“ zwei Nachmittags-Vorstellungen von „Kasperl und der Zwackilutschku oder Der Herr der tausend Puddings“. Karten kosten im Vorverkauf 8 bzw. 5 Euro. Eventuelle Restkarten gibt es für 10 bzw. 7 Euro an der Tageskasse.
• „100 Prozent Alkopop live“ heißt es am Donnerstag, 23. Februar, um 20 Uhr beim Musikkabarett des Duos „Suchtpotenzial“. Karten kosten im Vorverkauf 15 bzw. 10 Euro, an der Abendkasse 18 bzw. 13 Euro.
• Den Abschluss der Gastspiele auf der Winterbühne bildet am 11. März um 20 Uhr Pierre Breno mit seiner Zaubershow „Illusionen – Illusionen“. Karten gibt es für 15 bzw. 10 Euro im Vorverkauf. An der Abendkasse kostet der Eintritt 18 bzw. 13 Euro.

Informationen zu allen Veranstaltungen gibt es im Internet auf www.pfaffenhofen.de/winterbuehne und auf www.facebook.com/pfaffenhofener.winterbuehne.
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