Fast 60 Bewerbungen für das Lutz-Stipendium 2017

Johann Reißer, der Lutz-Stipendiat des Jahres 2016, bei seiner Lesung „Ernstfall“ im Pfaffenhofener Fernmeldebunker. (Foto: Florian Schaipp)
Die Bewerbungsfrist für das Joseph-Maria-Lutz-Stipendium 2017 endete am 18. November. Das seit 2014 von der Stadt Pfaffenhofen vergebene Literatur-Aufenthaltsstipendium ist dazu bestimmt, Schriftstellern während ihres Aufenthalts im Pfaffenhofener Flaschlturm die Möglichkeit zu geben, literarische Arbeiten zu beginnen, zu realisieren oder fertigzustellen.

Für 2016 hatte die Jury den Berliner Theatermacher, Lyriker und Romancier Johann Reißer gekürt. Dieser verbrachte daraufhin die Sommermonate in Pfaffenhofen und machte hier mit einigen Lesungen auf sich aufmerksam. Höhepunkte waren sicherlich seine sensationell inszenierte „Bunker-Performance“, betitelt als „Ernstfall“, und sein abschließend vorgestellter Text über Pfaffenhofen - das „Projekt P“– in dem er die Stadt auf eine sehr aufmerksame und unterhaltsame Weise porträtierte.

Knapp 60 Bewerbungen sind für 2017 bei der Kulturabteilung der Stadtverwaltung eingegangen. Die Bewerbungsfrist endete in diesem Jahr sehr früh, um der Jury mehr Vorbereitungszeit und dem kommenden Stipendiaten mehr Planungsspielraum zu geben. Unter den Einsendungen sind wieder Bewerber aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz und sogar aus Bosnien. So vielfältig wie die Absender sind auch deren literarische Projekte und so wurden auch dieses Jahr Arbeitsproben aus den Bereichen Lyrik, Prosa, Drama sowie Kinder- und Jugendliteratur eingereicht. Unter den Bewerbern sind sowohl Nachwuchsautoren als auch etablierte Schriftsteller mit mehreren Veröffentlichungen.

Mit der mittlerweile vierten Runde lässt sich nun erkennen, dass das Lutz-Stipendium sich etabliert hat. Eine gleichbleibende Anzahl an Bewerbungen mit durchweg guten Texten spricht dafür, dass das Stipendium als optionale Station für Literaten deutschlandweit anerkannt ist.

Über die Vergabe des Stipendiums entscheidet im Januar eine dreiköpfige Fach-Jury, bestehend aus dem Pfaffenhofener Kulturreferenten und Schriftsteller Steffen Kopetzky, der Kulturjournalistin Barbara Fröhlich (Donaukurier) und dem Göbelsbacher Theaterwissenschaftler und Dramaturgen Dr. Lenz Prütting.

Im voraussichtlichen Zeitraum von Mai bis Juli 2017 wird dann der neue Stipendiat im historischen Flaschlturm wohnen. Am Ende des Aufenthalts wird wie in jedem Jahr eine Lesung stehen, die unter anderem den Text über Pfaffenhofen beinhalten wird, zu dessen Verfassung jeder Stipendiat angehalten ist. Interessant wird dabei sicherlich, inwiefern es die Gartenschau in die Texte des Literaten schaffen wird.
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