Der Kulturweg: eine Besonderheit im Pfaffenhofener Kultursommer 2017

Der italienische Künstler Alberonero wird die Fassade des ehemaligen Würflhauses in der Frauenstraße umwandeln.
 
Eine Installation von Sat One alias Rafael Gerlach, der das Rennerhaus in der Ingolstädter Straße gestalten wird.
 
Eine Installation von Daniel Man, der im Garten des Flaschlturms arbeiten wird.
Wenn die Gartenschau 2017 vom 24. Mai bis 20. August viele Tausend Besucher nach Pfaffenhofen lockt, will die Stadt ihren Gästen auch kulturell etwas ganz Besonderes bieten. So wird der diesjährige Kultursommer erweitert und mit besonderen Highlights, wie einer Neuauflage des Festivals „Dröhnodrom“ sowie einem Klassik-Open-Air noch attraktiver gestaltet. Und ganz neu wird ein Kulturweg angelegt, der das Gelände der Gartenschau mit der Innenstadt verbindet, vorbei an Ausstellungen, Kunstaktionen und -installationen sowie Sehenswürdigkeiten.

Der von der Stadt organisierte und speziell ausgeschilderte Kulturweg ist das verbindende Element zwischen der Stadt und dem Gartenschau-Gelände: Der Weg führt vom Eingang der Gartenschau über Hauptplatz und Stadtmauer, Frauenstraße und Schlachthofstraße quer durch die Innenstadt wieder zurück zur Gartenschau. Dabei können die Besucher bei einem Spaziergang durch die Stadt nicht nur Kunst und Kultur genießen, sondern auch die Sehenswürdigkeiten Pfaffenhofens besichtigen.

Doch auch für alle Pfaffenhofener Kulturbegeisterten ist der Kulturweg mit seinen gut 30 Stationen sicherlich ein Höhepunkt in diesem außergewöhnlichen Kultursommer. Höhepunkte sind dabei bekannte Ausstellungsorte wie die Kunsthalle des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins, die Städtische Galerie oder das Kreativquartier mit einem jeweils sehr sehenswerten Ausstellungsprogramm. Der Wegführung entlang werden außerdem gut 15 regional bekannte bis international tätige Künstler Aktionen und Installationen erarbeiten. Sie entstammen unterschiedlichsten Genres und Stilrichtungen; das Spektrum reicht dabei von Skulptur über temporäre Installationen bis hin zu Wandbemalungen und Graffiti. Alle arbeiten im öffentlichen Raum und beziehen diesen ein oder gestalten ihn um, sodass sich das Gesicht Pfaffenhofens in diesen drei Monaten auch etwas verändern wird.

Kulturell runden neben den Ausstellungs- und Kunstschwerpunkten die bekannten Sehenswürdigkeit Pfaffenhofens den Weg ab: Analog zu den beliebten Stadtführungen sind sie Bestandteil des Programms des Kulturwegs.
Der Weg besteht dabei fast genauso lange, wie die Gartenschau in Pfaffenhofen dauert: Vom 26. Mai an bis einschließlich 20. August sind alle Stationen geöffnet und alle Kunstwerke zugänglich.

Hier einige besondere Höhepunkte des Kulturwegs:
Mit „Ladder to Heaven. Zeitgenössische Originalgrafik“ zeigt der Neue Pfaffenhofener Kunstverein die bisher größte Ausstellung seiner Geschichte in der Kunsthalle (bisher Kulturhalle). Vorrangig werden Originalgrafiken ausgestellt, aber auch Skulpturen und Objekte von über 40 bekannten zeitgenössischen Künstlern aus fünf Nationen, darunter Werke so berühmter Malerinnen und Maler wie Tilo Baumgärtel, David Schnell, Rosa Loy, Neo Rauch, Tal R und Matthias Weischer. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Leipziger Galerie Thaler Originalgrafik und dem Lubok Verlag.

Im „Kunstkaufhaus“ im Kreativquartier, dem bekannten lokalen Projekt mit Arbeitsräumen für Künstler, Musiker und andere Kreative direkt in der Innenstadt, entsteht im Sommer eine besondere Produzentengalerie: Regionale Künstler aus allen Sparten zeigen hier auf Einladung der Organisatoren des Hauses ihre aktuellen Arbeiten. Der Name ist dabei auch Programm: Für Kunstinteressierte gibt es ein großes Angebot von Druckgrafik über Malerei, von Skulptur über Illustration bis hin zu Fotografie. Als teilnehmende Künstler sind dabei u. a. Annette Marketsmüller, Gottfried Müller, Christoph Scholter, Bernhard Singer, Hans Dollinger, Helene Charitou, Beatrix Eitel und Philipp Brosche beteiligt. Gleichzeitig laden die Kreativen des Quartiers im Veranstaltungszeitraum mit einigen temporären Aktionen zum Rundgang in ihrem Haus ein.

In den städtischen Ausstellungsflächen Galerie im Rathaus und Städtische Galerie sind darüber hinaus weitere sehenswerte Ausstellungen zu sehen. Die Bandbreite reicht hier von einer Ausstellung der Firma Hipp bis hin zur Präsentation der diesjährigen HALLERTAUER, dem Regionalgeld Pfaffenhofens; von der Ausstellung Thomas Neumaiers, des Urhebers des Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus, bis hin zur Fotogehgrafie und der diesjährigen Ausgabe der Hallertauer Künstler unter dem Titel „Natürlich.“

Spannende Aktionen ereignen sich aber vor allem auch im öffentlichen Raum, wo verschiedenste Künstler ihren Teil zum Rundgang beitragen. Herauszuheben ist dabei beispielsweise die Arbeit von Daniel Man, der im Garten des historischen Flaschlturms eine Installation verwirklicht. Der 1969 in London geborene und bei München lebende Künstler Man verbindet in seinen In situ-Arbeiten und Installationen zwei- und dreidimensionale Elemente. Am Flaschlturm wird er eine neue Interpretation des Raumes zwischen den Gebäuden und damit eine etwas andere Inszenierung der Sehenswürdigkeit erarbeiten.

Das sogenannte Rennerhaus in der Ingolstädter Straße gestaltet der Münchner Urban Art-Künstler Sat One alias Rafael Gerlach, der international bekannt ist für seinen außergewöhnlichen Stil. Mit abstrakten, nichteuklidischen geometrischen Formen und einem enormen Gespür für Farbe und Dynamik entwirft Sat One immer wieder erstaunliche großformatige Arbeiten im öffentlichen Raum. In Pfaffenhofen wird er das kleine Rennerhaus zum bunten, autarken Kunstobjekt umgestalten.

In der Frauenstraße wird der italienische Künstler Alberonero die Fassade des ehemaligen Würflhauses umwandeln. Der italienische Künstler schwebt zwischen Reduktion und Fülle: Formal reduziert auf wenige geometrische Formen, arbeitet er mit einem großen Spektrum an Farbtönen und schafft damit farbkräftige Kunstwerke. Alberonero lässt sich dabei stets von seiner Umgebung inspirieren und reagiert auf architektonische Gegebenheiten. Es entsteht damit ein großes Haus-Kunstwerk, das seine Umgebung miteinbezieht.

Aber auch die übrigen Arbeiten setzen jeweils einen eigenen sehenswerten Schwerpunkt im Rundweg durch die Stadt: Der junge Pfaffenhofener Illustrator Sebastian Schwamm wird eine große bemalte Installation präsentieren. Es werden Stahl-Skulpturen vom Bildhauer Thomas Wimmer zu sehen sein sowie einige Arbeiten von Hermann Hechenberger, dem Paunzhausener Schrottkünstler. Matthias Wurm, ein noch junger Bildhauer und Maler aus Pfaffenhofen, wird eine temporäre Installation am Oberen Hauptplatz verwirklichen, die Anleihen bei speziellen Papierfalttechniken nimmt. Die Grafikerin und Installationskünstlerin Beatrix Eitel plant eine aus Toren bestehende Installation in der Grünfläche am Hauptplatz. Kulturförderpreisträger Philipp Brosche wird an der Fassade des Kreativquartiers ein großflächiges Kunstwerk schaffen. Aus Frankreich werden schließlich zwei Graffitikünstler anreisen, Vilx und Bims, deren Stil zwischen Karikatur und abstrakter Kunst changiert und die ebenfalls eine Fassade gestalten werden.

Zu dem bereits vielfältigen Programm kommen noch diverse Einzelaktionen und Besonderheiten, die den Spaziergang durch die Stadt mit Sicherheit unterhaltsam machen und auch Einheimischen die Stadt von einer neuen Seite präsentieren werden. Das ganze Programm mit Detailinformationen wird ab Ende März auf www.pfaffenhofen.de/kulturweg abrufbar sein.

Kunsthalle Pfaffenhofen
27.05. – 20.08.
„Ladder to Heaven. Zeitgenössische Orginalgrafik“
Täglich geöffnet von 11 bis 18 Uhr
Eintritt frei
Eröffnung: Freitag, 26. Mai, um 19 Uhr.

Kreativquartier
28.05. – 20.08.
„Kunstkaufhaus“
Produzentengalerie
Geöffnet: Donnerstag bis Sonntag und Feiertage von 14 bis 20 Uhr
Eintritt frei.

Städtische Galerie im Haus der Begegnung
• 20.05.–21.06: Thomas Neumaier: Kleine Stadteingriffe
• 24.06.–26.07.: Hallertauer Künstler: „Natürlich.“
• 29.07.–09.08.: Fotogehgrafie (XL): Ausstellung des Fotografiewettbewerbs
• 12.08.–20.08. „Die Teile und das Ganze“. Internationales Mosaik-Symposium von DOMO (Deutsche Organisation für Mosaikkunst e. V.).

Geöffnet: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr.
Eintritt frei.

Galerie im Rathaus
• 26.05.–25.06.: „Von der Natur lernen. Was Schmetterlinge und andere Nützlinge für die lebendige Vielfalt bedeuten. HiPP Unternehmensausstellung“
Eröffnung 25.05., 18 Uhr
• 30.06.–25.07. : „Sie hat mir der Himmel geschickt“ – Eine Karikaturenausstellung (Hospizverein Pfaffenhofen)
Eröffnung: 30.06., 18 Uhr
• 29.07.–20.08.: HALLERTAUER Fotoausstellung (Präsentation der neuen Regionalgeldscheine)
Eröffnung: 28.07., 19.30 Uhr

Öffnungszeiten:
Montag 8.00–16.00 Uhr
Dienstag, Mittwoch und Freitag 8.00–12.00 Uhr
Donnerstag 7.00–18.00 Uhr
Freitag/Samstag/Sonntag/Feiertage: 13–18 Uhr
Eintritt frei

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