Christian Huber mit dem Pfaffenhofener Naturschutzpreis 2017 ausgezeichnet

Verleihung des Naturschutzpreises (von links): Katharina Gmelch, 3. Bürgermeisterin von Wolnzach, stellvertretender Landrat Anton Westner, Anita Scheller von der Stifterfamilie, Preisträger Christian Huber, LBV-Kreisvorsitzender Prof. Hans-Joachim Leppelsack, der Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker
 
Die Musikerinnen Karoline Frey (Harfe) und Sylvia Kaufmann (Hackbrett)
Der engagierte Vogel- und Artenschützer Christian Huber aus Wolnzach ist mit dem Pfaffenhofener Naturschutzpreis 2017 ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am Vormittag des 22. November im Festsaal des Rathauses Pfaffenhofen statt. Die Kreisgruppe Pfaffenhofen des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) ehrt mit diesem von der Familie Scheller (Scheller Mühle) gestifteten und mit 1.000 Euro dotierten Preis nun bereits zum neunten Mal engagierte Naturschützer, die sich im Landkreis Pfaffenhofen für den Artenschutz einsetzen. Musikalisch sehr eindrucksvoll umrahmt wurde die Feierstunde von Karoline Frey an der Harfe und Sylvia Kaufmann am Hackbrett.

„Sie wollen persönliches Engagement auszeichnen und damit ein Beispiel geben“, erklärte Bürgermeister Thomas Herker und schlug einen Bogen zur Pfaffenhofener Nachhaltigkeitserklärung, die der Stadtrat im Juli unterzeichnet hat und in der auch ökologische Ziele festgeschrieben sind.

Anita Scheller als Vertreterin der Stifterfamilie hob die Bedeutung einer vielfältigen, lebendigen Natur auch für künftige Generationen hervor. „Christian Huber lebt den Naturschutz aktiv“, betonte sie und dankte ihm für seinen Einsatz.

Mit Christian Huber ehrt der LBV in diesem Jahr einen höchst engagierten Vogel- und Amphibienschützer aus den eigenen Reihen. Der 40-jährige Wolnzacher ist bereits seit seiner Kindheit ein begeisterter Naturliebhaber, und er setzt sich seit vielen Jahren aktiv für den Schutz bedrohter Arten ein. Er ist einer der aktivsten und besten Vogelkenner im Landkreis, nimmt am deutschlandweiten Monitoring der häufigen Brutvögel teil und hat das Brutfloß für die Flussseeschwalben im Feilenmoos geplant und mit anderen gebaut. Die Population dieser seltenen Vögel ist daraufhin im Landkreis geradezu phänomenal angestiegen, bis auf 24 Brutpaare in diesem Jahr.

Zudem dient Christian Huber, wie auch der stellvertretende Landrat Anton Westner ausführte, dem Landkreis als Naturschutzwächter und ist der Regionalbetreuer des deutschlandweiten Erfassungssystems für Vögel im Internet auf ornitho.de. Des Weiteren ist er der Organisator des Schutzprojektes für die Halsband- und Trauerschnäpper in Feilenforst, leitet viele Exkursionen im Landkreis und betreibt die Nistkastenpflege der LBV-Kreisgruppe. Und nicht zuletzt ist er als besonderer Laubfrosch-Fan und „Krötensammler“ beim Bund Naturschutz auch im Amphibienschutz aktiv.

Der LBV-Kreisvorsitzende Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack ging auf Christian Hubers Aktivitäten und Verdienste detailliert ein und resümierte: „Christian Huber leistet einen überragenden Beitrag zum Erhalt verschiedener Arten.“ Sein Schlüsselerlebnis, das ihn für den Vogelschutz begeisterte, hatte Huber vor etlichen Jahren bei einer Exkursion im Feilenmoos – und genau so eine Vogel-Exkursion leitet er jetzt selbst am 17. Dezember. Alle Interessierten lud Professor Leppelsack dazu ein.

Trotz der schwierigen Zeiten im Natur- und Artenschutz und trotz vieler Warnhinweise, wie z. B. dem Bienensterben oder dem dramatischen Rückgang der Insektenpopulation, betonte Christian Huber: „Noch ist nicht alles zu spät!“ Er plädierte dafür, im Naturschutz das Positive in den Vordergrund zu stellen und den Menschen positive Naturerlebnisse und -erfahrungen zu vermitteln, um sie so für die Natur – und vielleicht auch für den aktiven Naturschutz – zu begeistern. Sein Preisgeld will Huber übrigens für den Bau von zwei weiteren Brutflößen für die Flussseeschwalben im Feilenmoos zur Verfügung stellen.
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