Beschädigungen auf dem Kulturweg: Stadt ruft zur Rücksichtnahme auf

Eine unschöne Sache bei einem eigentlich schönen Projekt: Immer wieder wird die Kunst-Installation von Beatrix Eitel am Hauptplatz beschädigt. Die Stadt bittet nun um Rücksicht für die Arbeit am Hauptplatz.

Der Kulturweg ist ein außergewöhnliches Programm in diesem außergewöhnlichen Kultursommer. Anlässlich der Gartenschau verbindet er auf einem Rundweg durch die Stadt 30 Stationen rund um Kunst, Kultur und Sehenswürdigkeiten. 13 davon sind Kunstaktionen, Installationen und Skulpturen im öffentlichen Raum. Die Reaktionen auf die zum Teil Aufsehen erregenden Objekte sind größtenteils positiv, sieht man einmal von punktuellen Geschmacksäußerungen ab.

Beatrix Eitels Skulptur steht mitten am Hauptplatz, benachbart zum Spielplatz und Stadtstrand am Ende der Grünfläche. Ihre Arbeit mit dem Titel „Blickwinkel“ lässt sich im Wesentlichen durch zwei Aspekte charakterisieren: Die aus aneinander gereihten Toren bestehende Installation soll dazu einladen, die Tore zu durchschreiten und immer wieder neue Blickwinkel auf die Arbeit, aber auch auf die Umgebung zu werfen. Sie strukturiert ihre Fläche sowie den Ort an sich, es entstehen kleinteilige offene Räume sowie neue Blickachsen und Blickwinkel. Eine begehbare, fast schon lyrische Installation, die zum Innehalten und Schauen anregen soll. Der zweite Aspekt ist die spezifische Materialität: Auf Holzrahmen sind blaue Absperrbänder gespannt. Diese sind auffällig und machen das Objekt weithin sichtbar, geben der Installation aber auch eine Leichtigkeit, wenn beispielsweise der Wind mit den Plastikbahnen spielt.

Die Arbeiten von Beatrix Eitel können grundsätzlich vor allem durch ihre Reduzierung in Form, Struktur und Farbe charakterisiert werden. Bevorzugt verwendet sie vorgefundene alltägliche Gebrauchs- und Verbrauchsmaterialien, erkundet ihre Eigenarten und erzeugt durch deren vielfache Aneinanderreihung Ordnungsstrukturen, die Raum lassen für Zufälligkeiten, für Unvorhersehbares, für nicht Steuerbares.

Es scheint dieses Zusammenspiel aus Begehbarkeit im öffentlichen Raum und dem alltäglichen Material zu sein, das der Skulptur des Öfteren zum Verhängnis wird. Die Künstlerin musste schon mehrmals Reparaturen leisten, um entstandene Löcher und gerissene Bänder zu flicken oder um Schmierereien zu entfernen.

Die Beschädigungen haben nun ein Ausmaß erreicht, bei dem die Stadt beschlossen hat, mit der Bitte um Rücksichtnahme an die Öffentlichkeit zu gehen: Sie bittet darum, aus Respekt vor der Arbeit der Künstlerin das Kunstwerk auch als solches zu behandeln und es nur mit den Augen zu berühren.
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