150 Jahre Eisenbahn in Pfaffenhofen: Ausstellung und neues Heft in der Reihe der „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n)“

150 Jahre Eisenbahngeschichte spiegeln die „Schrumpfung des Raums“ wider, indem Entfernungen in immer kürzeren Zeitintervallen überwunden werden. Benötigten die ersten Loks für die Strecke München-Ingolstadt gut drei Stunden, schafft ein ICE bei Spitzengeschwindigkeiten von über 200 km/h diese Distanz in 35 Minuten und damit rund einem Sechstel der Zeit (2013).
 
Ein Güterzug auf der Fahrt nach München. Knapp 100 Jahre währte die Ära der Dampflokomotiven in Pfaffenhofen. Von 1867 bis 1960 prägten sie wesentlich die Verkehrsgeschichte Pfaffenhofens (ca. 1935). (Foto: Heinrich Wagenknecht)
Wohl keine technische Neuerung hatte so beträchtliche Auswirkungen auf die Stadt Pfaffenhofen wie die Eröffnung der Eisenbahnstrecke München – Ingolstadt vor 150 Jahren. Dem Thema „150 Jahre Bahnhof Pfaffenhofen“ ist daher das neueste Heft in der Reihe „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n)“ gewidmet. Und zum selben Thema ist eine zweiteilige historische Ausstellung zu sehen, die teils im Foyer des Rathauses, teils am Bahnhof gezeigt wird. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 13. Oktober um 19.30 Uhr im Rathaus.

Vor 150 Jahren, am 14. November 1867, erfolgte mit der Aufnahme des regulären Fahrbetriebs an der Bahnstecke München – Ingolstadt der Startschuss in ein neues Zeitalter. Nach jahrelangen Diskussionen und heftig geführten Auseinandersetzungen war auch die Stadt Pfaffenhofen als Standort für einen Bahnhof berücksichtigt worden. Vom damals neuen Verkehrsmittel Eisenbahn gingen vielfältige Impulse aus, vor allem auf das Geschäftsleben und die Wirtschaft in Pfaffenhofen. Außerdem ermöglichte die wachsende Mobilität der Bevölkerung neue berufliche Perspektiven und markierte zugleich den Beginn einer Reise- und Freizeitkultur. Die beiden Weltkriege mit ihren unmittelbaren Auswirkungen prägten ebenfalls die Geschichte der Eisenbahn und die des Pfaffenhofener Bahnhofs.

Stadtarchivar Andreas Sauer M. A. führt die Leser der neuen „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n)“ ebenso wie die Ausstellungsbesucher zurück in eine bewegte Zeit und an ein Stück Verkehrsgeschichte heran, das seit eineinhalb Jahrhunderten den Alltag vieler Menschen bestimmt und die Arbeits- und Lebenswelt stark verändert hat. Er gibt wissenswerte Informationen über die Vorgeschichte der Planungen mit unterschiedlichen Streckenvarianten, über den Eisenbahnbau und die Elektrifizierung der Strecke, aber auch über die Bedeutung der Bahn in Kriegszeiten und über Unglücksfälle. Über Dreharbeiten am Pfaffenhofener Bahnhof, die 1954 für einen damals bekannten Kinofilm stattfanden, hat Andreas Sauer ebenfalls Unterlagen gefunden. Und nicht zuletzt geht er auf die jüngeren Entwicklungen ein, wie etwa das Großprojekt ICE-Ausbau und die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes.

Die neue Ausgabe der „Pfaffenhofener Stadtgeschichte(n)“ liegt während der Ausstellung im Rathausfoyer sowie bei der Stadtverwaltung und im Haus der Begegnung kostenlos zum Mitnehmen aus. Auf der städtische Internetseite www.pfaffenhofen.de/stadtgeschichten steht das Heft zum Download zur Verfügung.

Eine Einführung ins Thema gibt Stadtarchivar Andreas Sauer bei der Ausstellungseröffnung am Freitag, 13. Oktober um 19.30 Uhr im Foyer des Rathauses. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Ab Samstag, 14. Oktober kann die Ausstellung im Rathaus sowie am Bahnhof besichtigt werden. Am Bahnhof werden die Ausstellungstafeln im Freien aufgestellt, sodass sie bis zum 17. November jederzeit besichtigt werden können. Im Rathaus ist die Ausstellung bis zum 29. Oktober zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros zu sehen: Montag von 8 bis 16 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr, Donnerstag von 7 bis 18 Uhr und jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr.
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