Plastik in Kosmetika

Mikroplastik – keine winzige Skulptur, sondern versteckte Kunststoffe in Kosmetika

Wir leben in einer Welt voll von Kunststoffen. Ein Blick in deutsche Haushalte zeigt, dass es mittlerweile unvorstellbar ist, im Alltag ohne das umgangssprachlich genannte Plastik auszukommen. Die Zahnbürste, der Lieblingsfleecepulli und der PVC-Fußboden sind aus diesem Material hergestellt. Dennoch kann einiges ersetzt werden. Glasflaschen stellen eine echte Alternative zu Plastikflaschen dar. Auch eine Stofftasche oder einen Korb für den Einkauf mitzunehmen, statt Plastiktüten zu gebrauchen, ist wenig Aufwand und spart große Mengen an Verpackungsmüll ein. In vielen Supermärkten können frisches Obst und Gemüse in Papiertüten eingepackt werden.

Doch was ist mit dem versteckten Kunststoff, den man als Laie auf den ersten Blick meist nicht sofort sieht? Damit ist nicht der Kassenzettel gemeint, der mit einer Plastikschicht überzogen ist, und auch nicht die dünne Kunststoffbeschichtung innerhalb vieler Verpackungen, sondern das sogenannte Mikroplastik, das sich vor allem in Drogeriemärkten finden lässt. Viele Kosmetikartikel enthalten oft eine Vielzahl an Mikroplastik: als kleine Kügelchen in Duschgels, Peelings (bis zu 90%) oder Zahnpasta oder als Füllstoff beziehungsweise als Bindemittel in Make-up, Lippenstiften und Cremes. Als Mikroplastik bezeichnet man feste, unlösliche Polymere (Kunststoffe), die kleiner als fünf Millimeter sind.

Doch was passiert mit den Mikroplastikteilchen aus den Kosmetikartikeln? Viele davon gelangen ungehindert mit dem Abwasser in die Umwelt und Gewässer. Oft reichen die Filter der lokalen Kläranlagen nicht aus, die winzigen Plastikpartikel zu entfernen. Diese bleiben über Jahrzehnte im Meer und werden dort mit der Strömung verteilt. Durch das Verzehren von Fischen oder anderen Meerestieren nehmen wir diese winzigen Teilchen wieder in unseren Körper mit auf.

Für den Verbraucher ist es schwierig bis nahezu unmöglich herauszufinden, in welcher Form und Größe der Kunststoff in dem Produkt vorliegt, da es leider keinerlei Transparenz durch Kennzeichnungen gibt. Hilfe kann die App „Beat the Microbead“ bieten, die auch verstecktes Mikroplastik in Kosmetikartikel erkennt. Durch das Abscannen des Strichcodes erfährt man, ob das Produkt Mikroplastik enthält.

Ganz wird wohl keiner auf Kunststoff verzichten können, allerdings kann man ihn im Alltag und auch in Kosmetikprodukten einsparen. So ist ein selbstgemachtes Peeling aus Zucker oder Salz und ein wenig Olivenöl eine umweltverträgliche Alternative. Dem Badewasser kann - in Anlehnung an Kleopatra -eine Tasse Milch, verfeinert mit Öl oder Honig, hinzugegeben werden. Ausprobieren lohnt sich!

Louisa Schleicher, Stadt Ingolstadt Umweltamt (FöJlerin)
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