Klimaschutz, der sich rechnet: Stadt fördert Kauf von Stromspargeräten

Von der Stadt gibt es ab Februar 100 Euro für jeden, der seinen alten Kühlschrank entsorgt und sich ein neues Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ kauft. Im Frühjahr unterstützt die Stadt den Kauf von E-Bikes, im Sommer folgen dann Heizungspumpen.

Anfang nächsten Jahres zieht die Stadt ihre Spendierhosen an. Dann startet das neue, kommunale Förderprogramm. In drei Förder-Etappen will die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Klimaschutz und Energiesparen. Sie hat das Programm im Rahmen ihrer Klimaschutz-Bestrebungen ins Leben gerufen und möchte den Pfaffenhofener Bürgern damit einen Anreiz für mehr Energie- und Ressourceneffizienz im Haushalt sowie für klimaschonendes Mobilitätsverhalten bieten.

„Klimaschutz rechnet sich wirklich! Oft heißt CO2-sparen auch Geld sparen“, sagt Thoms Herker, Erster Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen.

Weg mit den Stromgammlern!
130 Kilogramm CO2 spart ein moderner Kühlschrank der Energieeffizienzklasse A+++ pro Jahr im Vergleich zu einem Altgerät. Der Umstieg auf ein Neugeräts macht sich ferner im Geldbeutel bemerkbar. Angenommen, ein alter Kühlschrank verbraucht 1,6 Kilowattstunden (kWh) pro Tag, dann belaufen sich die dadurch verursachten Stromkosten bei einem Preis von beispielsweise 0,28 Euro pro kWh auf 164 Euro im Jahr. Ein neuer, energieeffizienter Kühlschrank schont also nicht nur das Klima, er hilft zudem, Energie zu sparen. „Alte Kühlschränke sind nicht nur gammelig, sie schlucken gleichermaßen viel Energie. Gerade ältere Modelle sind wahre Stromfresser Ihr Verbrauch liegt teilweise bei über 500 kWh pro Jahr, wogegen hocheffiziente Neugeräte maximal 150 kWh verbrauchen“, erklärt der städtische Klimaschutzmanager André Adler. Ab Februar sagt die Stadt den alten Stromgammlern den Kampf an. Dann gibt es für die ersten 100 Antragsteller beim Kauf eines neuen Kühl- oder Gefriergerätes der Energieeffizienzklasse A+++ 100 Euro Fördergeld. Bei voller Ausschöpfung der Förderung, also dann, wenn die Maximalanzahl von 100 Anträgen erreicht wurde, könnte man auf diese Weise in der Stadt innerhalb eines Jahres ganze 13 Tonnen CO2 sparen.

Ab Frühjahr wird in die Pedale getreten
Laut einer Studie verwenden die Pfaffenhofener Bürger gerne das Auto. Das ist im bundesdeutschen Vergleich nichts Ungewöhnliches. Jedoch kommt das Auto der Studie zufolge in „Pfahofa“ überdurchschnittlich oft auf Kurzstrecken zum Einsatz, also Entfernungen, die man genau so gut mit dem Fahrrad oder zu Fuß bewältigen könnte. Da Pfaffenhofen streckenweise jedoch recht ist hügelig ist, kann das Bergauffahren mit einem normalen Fahrrad oft ganz schön anstrengend sein. Ein E-Bike schafft hier Abhilfe. „Bei mir kommt der Stromtreter für Dienstfahrten innerhalb der Stadt ständig zum Einsatz. Als ich das E-Bike zum ersten Mal probierte, war ich sofort begeistert. Ich bin inzwischen regelrecht E-Bike-süchtig geworden“, sagt Klimaschutzmanager André Adler. E-Bikes, genauer gesagt Pedelcs (Pedal Electric Cycles), sind Fahrräder, die über einen Elektromotor verfügen, der den Fahrer dann unterstützt, wenn er in die Pedale tritt. Der Elektromotor wird über einen Akku betrieben, der sich über eine handelsübliche 230-Volt-Steckdose aufladen lässt. Zwar sind mittlerweile auch günstigere Modelle auf dem Markt. Der Technikzusatz macht sich, verglichen mit normalen Fahrrädern, allerdings im Preis bemerkbar. Um den Pfaffenhofener Bürgern den Kauf des CO2-neutralen Fortbewegungsmittels zu erleichtern, soll im Frühjahr ein weiterer Fördertopf geöffnet werden, von dem die ersten 100 Antragsteller profitieren. Langfristig plant die Stadt verschiedene Maßnahmen, um das städtische Radwegenetz attraktiver und sicherer zu gestalten. Dies schließt beispielsweise geeignete Lade- und Abstellmöglichkeiten und die Beseitigung von Gefahrenstellen mit ein.

Die stillen Stromfresser
Heizungspumpen sind unscheinbare Geräte. Aber ohne sie bleibt die Heizung kalt. Oft sind noch ältere Modelle verbaut. Und diese haben ein großes Problem: Sie sind meist nur sehr eingeschränkt regelbar, was bedeutet, dass sie sich nicht an den tatsächlichen Bedarf anpassen und das Wasser stets mit der voller Leistung durch die Leitungen drücken. So erhöht eine Pumpe alter Technik die jährliche Stromrechnung je nach Größe der Heizung um 100 bis 150 Euro pro Jahr. Der Austausch einer alten Heizungspumpe gegen eine moderne, effiziente Pumpe hat es in sich. Sie verbraucht im Gegensatz zu einem alten Modell 90 Prozent weniger Energie. Die Stromkosten pendeln sich bei 15 bis 20 Euro ein. Ab Sommer, also vor Beginn der Heizperiode, will die Stadt den Kauf von modernen Heizungspumpen fördern. „Eine regelbare Pumpe ist Voraussetzung für den so genannten hydraulischen Abgleich. Dabei wird der Heizkreislauf geschaffen, bei dem die Heizungspumpe die Heizungsanlage so eingestellt, dass genau die benötigte Wärmemenge zugeführt wird“, erklärt André Adler.

Weitere Informationen zu den einzelnen Förder-Etappen sowie die genauen Förderbedingungen werden von der Stadt jeweils rechtzeitig bekanntgegeben.
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